Längenkrafttraining – warum es so wichtig ist und wie du es richtig trainierst
- timozeiler
- vor 2 Tagen
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Aktualisiert: vor 21 Stunden
In einer Welt, in der wir viel sitzen, einseitig belasten und uns oft nur in wenigen Bewegungsmustern bewegen, verliert unser Körper eines ganz besonders: Länge in der Muskulatur und im faszialen System.Genau hier setzt das Längenkrafttraining an.
Es verbindet Kraft, Beweglichkeit und Körperwahrnehmung – und schafft die Basis für schmerzfreie, ökonomische und gesunde Bewegung.
Was ist Längenkrafttraining?
Längenkraft bedeutet:
👉 Kraft entwickeln in maximaler Länge der Muskulatur.
Statt Muskeln nur zu verkürzen (klassisches Krafttraining), lernst du, Spannung in gedehnter Position zu halten und zu steuern.
Das verbessert:
die Haltung
die Bewegungsqualität
die Belastbarkeit der Faszien
die Stabilität der Wirbelsäule
und die Verletzungsprophylaxe
Besonders für Läufer:innen, Athlet:innen und Menschen mit Rücken- oder Gelenkbeschwerden ist Längenkraft ein entscheidender Faktor.
Warum ist Längenkrafttraining so wichtig?
Viele Beschwerden entstehen nicht durch zu wenig Kraft – sondern durch Kraft in zu wenig Bewegungsraum.
Typische Folgen:
eingeschränkte Hüftbeweglichkeit
verspannte Rückenstrecker
instabile Rumpfmuskulatur
wiederkehrende Schmerzen bei Belastung
Längenkrafttraining hilft,
➡️ Bewegungsspielraum zurückzugewinnen
➡️ Spannung sinnvoll zu verteilen
➡️ den Körper wieder in Balance zu bringen
Die 3 wichtigsten Längenkraft-Übungen
1. Rückneige – Kraft in der Streckung
Was wird trainiert?
Gesäßmuskulatur
Hüftbeuger in funktioneller Länge
vordere Faszienketten
Haltungsmuskulatur
Warum wichtig?
Die Rückneige wirkt dem typischen Sitz- und Rundrückenmuster entgegen. Sie verbessert die Aufrichtung, entlastet die Bandscheiben und stärkt die vordere Kette in Länge.
Richtige Ausführung
Aufrechter Stand, Füße hüftbreit
Hände an die Hüften oder über den Kopf
Becken leicht nach vorne schieben
Oberkörper kontrolliert nach hinten neigen
Spannung im Bauch halten – kein Hohlkreuz „fallen lassen“.
Position 10–20 Sekunden halten
Ruhig weiteratmen
Wichtig:Die Bewegung kommt aus der Wirbelsäule in Verlängerung, nicht aus dem unteren Rücken allein. Die Haltung des Kopfes geht nicht in die Überstreckung sonder bleibt gerade.

2. Vorneige – Kraft in der Beugung
Was wird trainiert?
Rückenstrecker in Länge
hintere Oberschenkelmuskulatur
Gesäßmuskulatur
Faszien der Rückenlinie
Warum wichtig?
Die Vorneige schafft Belastbarkeit in Beugepositionen – wichtig für Alltag, Sport und Regeneration. Sie verbessert die Beweglichkeit der gesamten hinteren Kette und schützt vor Zerrungen.
Richtige Ausführung
Aufrechter Stand, Füße hüftbreit
Mit geradem Rücken aus der Hüfte nach vorne beugen
Oberkörper sinkt Richtung Oberschenkel
Wirbelsäule bleibt lang, nicht rund fallen
Hände an Schienbeinen, Knien oder Boden
Spannung aktiv halten – nicht passiv hängen. Füße drücken in den Boden - das Becken nach vorne schieben.
15–20 Sekunden halten
Wichtig:Du arbeitest nicht in der Dehnung allein, sondern mit aktiver Körperspannung in der Länge.

3. Seitneige – Kraft in der Lateralflexion
Was wird trainiert?
seitliche Rumpfmuskulatur
Quadratus lumborum
schräge Bauchmuskeln
seitliche Faszienketten
Schulter- und Hüftstabilisatoren
Warum wichtig?
Die Seitneige sorgt für Beweglichkeit und Stabilität in der seitlichen Kette – ein Bereich, der im Training oft vernachlässigt wird. Sie ist essenziell für Laufökonomie, Gleichgewicht und Schutz vor Überlastungen.
Richtige Ausführung
Aufrechter Stand
Einen Arm über den Kopf nehmen
Oberkörper kontrolliert zur Gegenseite neigen
Hüfte bleibt stabil, schiebt nach aussen – kein Ausweichen
Dehnung an der Flanke spüren
Aktiv Spannung halten.
10–20 Sekunden pro Seite
Wichtig:Nicht ins „Hängen“ gehen – die Kraft entsteht durch aktive Länge, nicht durch passives Ziehen.

Fazit: Längenkraft ist die Brücke zwischen Kraft und Beweglichkeit
Längenkrafttraining ist kein Ersatz für klassisches Krafttraining – sondern dessen entscheidende Ergänzung. Es sorgt dafür, dass Kraft nicht nur stark, sondern auch beweglich, funktionell und nachhaltig wird.
Wenn du:
deine Haltung verbessern willst
Schmerzen reduzieren möchtest
deine sportliche Leistung steigern willst
oder einfach wieder freier bewegen möchtest
👉 dann gehört Längenkrafttraining fest in dein Trainingskonzept.
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